ORANGEN BAUM
Orangen sind Zitrusfrüchte und sehr reich an Vitamin C. Hierzulande nennt man sie oft auch Apfelsinen. Im 16. Jahrhundert war es in Mitteleuropa Mode, Orangenbäume in so genannten Orangerien zu züchten. Und bereits die alten Seefahrer schätzten Orangen wegen ihrer Heilwirkung, besonders gegen Skorbut.
Orangenbäume wurden vermutlich schon vor 4000 Jahren in China kultiviert. Zu Zeiten der Han-Dynastie [206 v.Chr. bis 220 n.Chr.] baute man sie bereits überall in China unter dem Namen "kan" an. Sie war so bedeutend, dass sie sogar ein eigenes Schriftzeichen erhielt. Es gab sogar einen Orangenminister, der dafür sorgten, dass der Kaiserhof in Peking genügend von den leckeren Früchten bekam. Über Indien kamen Orangen schon 800 v.Chr. nach Babylonien [heute verschiedene Gebiete von Israel, Syrien und Irak]. Während arabische Kaufleute die süße Frucht in den Vorderen Orient mitnahmen, kam sie mit portugiesischen Seefahrern auch nach Südeuropa, etwa im 16. Jahrhundert. Von Italien aus verbreiteten sie sich dann überall im Mittelmeerraum.
Urheimatist also China. Die Orange ging vermutlich aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse hervor.
BotanischesDer alte botanische Artname ist Citrus sinensis [=China-Apfel], der richtige Name heute Citrus × aurantium [da es sich um eine Hybride handelt]. Orangen gehören zur Gattung Zitruspflanzen in der Familie Rautengewächse bzw. deren Unterfamilie Citroideae.
VariationenMan kennt heute über 400 Sorten [meist Kulturformen bzw. Züchtungen], vor herb-sauer bis zuckersüß. Es gibt helle Orangen [z.B. Blondorangen mit hellem Fruchtfleisch und kaum Kernen], Halbblut- sowie Blutorangen [mit rötlicher dicker Schale, rotem Fruchtfleisch und wenigen Kernen].
Pflanze Der Orangenbaum ist immergrün, hat angenehm duftende Blüten [porzellanartig] und glänzende dunkelgrüne Blätter. Orangenblütenhonig ist übrigens eine beliebte Delikatesse. Der Baum erreicht eine Höhe von 6-12 Metern. Bereits nach 3 Jahren trägt er erste Früchte.
Frucht Orangen besitzen einen Durchmesser von 6-12 cm. Eine Orange verfügt über ca. 10-14 Fruchtsegmente mit Saftschläuchen [Emergenzen]. Das Fruchtfleisch ist meist süß und saftreich. Je nach Sorte besitzt sie mehr oder weniger dicke orange bis himbeerrote Schale und gelb-orangefarbenes bis rotes Fruchtfleisch mit teilweise wenigen oder keinen Kernen. Die Orangenschale enthält Orangenöl, das gut duftet und auch brennt [frische Schale rasch in eine Kerzenflamme ausgedrückt ergibt kleine Flämmchen].
InfoDie [süße] Orange ist nicht zu verwechseln mit der Bitterorange [Pomeranze], ebenso eine Zitruspflanze, aus der das Orangeat und die englische Orangenmarmelade hergestellt wird.
ZitrusfrüchteZur Gattung der Zitrusfrüchte gehören neben Orangen z.B. auch Pampelmusen, Grapefruits, Pomelos, Mandarinen, Limetten, Zitronen, Pomeranzen [Bitterorangen], Bergamotten [kaum essbar; nur zur Ölgewinnung] und Kumquats [Zwergorange; Schale kann mitgegessen werden]. Es gibt 1.600 Arten mit 150 Gattungen. Wichtiges Kennzeichen der Früchte sind die in der Schale enthaltenen ätherischen Öle [Terpene]. [mehr]
NutzungAus Orangen stellt man oft Orangensaft her [mehr] oder verzehrt sie als frisches Obst. Außerdem gewinnt man aus den Schalen Orangenschalenöl. Es kann z.B. für Seiten, Duftlampen oder Parfüms eingesetzt werden. Zudem gibt frisch abgeriebene Orangenschale vielen Speisen und Getränken ein schönes Aroma. Ferner nutzt man auch noch Orangenblätteröl und Orangenblütenöl z.B. für Duftstoffe.
TippEine mit Orangenöl gefüllte Duftlampe hinterlässt einen sinnlichen Duft im Zimmer.