KINDER HIER UND ANDERSWO
Nicht alle Kinder können auf dieser Welt so leben wie bei uns hier. Wir zeigen Dir mit kleinen mit wahren und erdachten Geschichten aus den Alltag und das Schulleben von Kindern in anderen Ländern. Vergleiche mit Deinem eigenen Leben und denke einmal darüber nach. Vielleicht hast Du den Eindruck, dass es auf unserer Erde ziemlich ungerecht zugeht. Und vielleicht kannst Du zu Kevin bei den Inuit in Alaska, Maja aus Moskau sowie Rani aus Bangladesh, einem der ärmsten Länder der Erde, ähnliche Geschichten schreiben? Schicke uns Deine Ideen einfach.
Schule in BolivienObwohl das südamerikanische Land 3-mal so groß ist wie Deutschland, gibt es nur wenige Schulen; oft existiert nur ein Raum, in dem alle 6- bis 13-Jährigen sitzen. Die Indiokinder müssen Spanisch lernen, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist. Unterricht in ihrer Sprache [z.B. Quechua] gibt es nicht. Die Kinder sind sehr wissbegierig und hoffen durch gutes Lernen eine bessere Zukunft zu haben. Aber häufig reicht das Geld der Eltern nicht einmal für einen Bleistift.
Kinder in ÄgyptenKira ist gerade 10 geworden. Sie hat noch einen Bruder, der 1 Jahr älter ist. Beide leben im Süden Ägyptens am Rande der Sahara. Es sind Beduinenkinder. Sie und ihre Familien bleiben nur selten länger als 2-3 Monate am gleichen Ort. Finden die Tiere kein Futter mehr oder sind die Wasserquellen erschöpft, ziehen sie mit ihren Zelten weiter. In der Sahara ist es sehr heiß. Aber das Schlimmste sind die Sandstürme.
Schule in EcuadorAm Morgen, wenn die Kinder zur Schule gehen, ist es noch sehr kalt in 4000 Metern Höhe in den Anden. Da laufen die Kinder schnell zur Schule, damit ihnen warm wird. Die Schule liegt in einem Tal und von allen umliegenden Bergdörfern strömen die Kinder die Hänge hinab, über Steine und Geröll, durch Bäche ohne Brücken, über rutschigen Lehmboden. Jeden Tag kommt eine der Mütter in die Schule und kocht den Kindern über offenem Feuer ein Essen, meist Gerstebrei mit Zucker. Zwischen 7.30 und 13.00 Uhr werden täglich oft nur 2 Fächer unterrichtet, z.B. Spanisch und Mathematik, oder Quechua [Indiosprache] und Landwirtschaft.
Kinder in NigeriaJulie und ihr Bruder Tom aus einem kleinen Dorf in Afrika müssen jeden Tag 3 km Fußmarsch zur nächsten Wasserstelle antreten. Das Schulgeld können ihre Eltern nicht aufbringen. Es sind einfache Ziegenhirten und haben so noch Glück, dass sie Milch für ihre Kinder haben. Viele Felder sind durch die sengende Hitze völlig verdorrt, weil es schon Monate nicht mehr geregnet hat. Doch Obst auf dem Markt zu kaufen kann sich die Familie nicht leisten.
Kinderarbeit in IndienIndische Kinder kommen mit 5 Jahren zur Schule. Häufig findet der Unterricht im Freien statt und ein Lehrer unterrichtet mehrere Klassen gleichzeitig. Der Unterricht an staatlichen Schulen ist sehr schlecht und kaum eine Familie kann sich Nachhilfeunterricht leisten. So brechen Schüler aus armen Elternhäusern die Schule oft nach der Grundschule ab; und wenn sie 8 oder 9 sind, müssen sie zu Hause bei der Arbeit helfen. Dazu findet man in Indien viele Familien, die so arm sind, dass sie ihre Kinder z.B. zum Teppichknüpfen oder in Ziegeleien verkaufen müssen, obwohl in Indien Kinderarbeit offiziell verboten ist. Diese Kinder besuchen meist gar keine Schule und sie bekommen später keinen vernünftigen Beruf, da sie nicht lesen und schreiben können.
Kinder in HaitiTed aus Haiti zieht jeden morgen mit seinem Vater aufs Feld des Grundbesitzers. Sie arbeiten hart, damit die Familie wenigstens satt wird. Wenn es dunkel wird, ziehen sie müde und schweigend zu ihrer Blechhütte zurück.
Leben in SüdafrikaEine Siedlung von Wellblech- und Papphütten, ohne Strom und Wasser, in der Nähe von Kapstadt brennt lichterloh. Die Menschen haben nun kein Dach mehr über dem Kopf. Die Bewohner glauben, jemand hat das Feuer gelegt. Es sind Menschen, die aus dem Nachbarland Simbabwe hierher gekommen waren, um Arbeit zu finden. Doch nun steht der kleine 8-jährige David vor den verbrannten Trümmern seiner Hütte, eingehüllt von eine Decke und weiß nicht mehr, wie es mit ihm weitergehen soll.
Kinder in IndienUnd Jorgan aus Indien? Seine Eltern mussten ihn vor vier Jahren an einen Knüpfstuhlbesitzer für 500 Rupien verkaufen, um Geld für das Überleben seiner 5 Geschwister zu bekommen. Fern von zu Hause, unter Druck und Schlägen, muss Jorgan Teppiche knüpfen. Er ist gerade 13. Er und andere Kinder knüpfen oft 12 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Für jeden Fehler bekommen sie Schulden von 10 Rupien draufgeschlagen.
Es geht auch andersManchmal gibt es Geschichten, oft aus den gleichen Ländern, die ganz anders sind. Zum Beispiel ...
Schule in ÄthiopienFast 70 Schüler lernen hier in einer Dorfschule der Provinz Kaffa in einer 7. Klasse. Manche Schüler sind schon 18, weil sie erst spät eingeschult wurden. Die Schule dauert von 7.45 bis 13.00; da gibt es 6 Unterrichtsstunden von je 40 Minuten. Viele Eltern der Kinder sind Kaffeebauern in der Umgebung. Einige davon produzieren für die deutsche Fairhandelsorganisation DWP Wildkaffee. Davon können die Familien endlich leben und auch die Kinder zur Schule schicken. Englisch lernt man ab der 1. Klasse. Für die ganze Klasse gibt es gerade 5 Englischbücher. Ab der 7. Klasse kommt Ampharisch [Amtssprache im Land] und Kaffino [Sprache in dieser Provinz] dazu.
Schule im Senegal Im Dorf Sissabor haben sich Schüler, Eltern und Lehrer zu einer Schulkooperative zusammengeschlossen. So bringen die Frauen den Kindern Nähen und Kochen bei. Dafür lehren die Kinder ihren Eltern das Lesen und Schreiben. Die Kinder haben einen Gemüsegarten angelegt und mit den Erlösen finanzieren sie eine Schülerzeitung und eine eigene kleine Schulbücherei.
Leben in PakistanDurch die GEPA aus Deutschland [mehr] ist es möglich, dass die Kinder der Fußballnäherin Rahila zur Schule gehen können. Mutter und Vater arbeiten für einen gerechten Lohn, so dass die Kinder nicht arbeiten müssen. [Kinderarbeit ist ansonsten bei der Ballproduktion an der Tagesordnung.]
Kinder in NicaraguaDomenicas Eltern arbeiten in einer Kooperative von Kaffeebauern in Nicaragua. Sie freut sich, dass es im Dorf nun eine Gesundheitsstation und eine kleine Dorfschule gibt. Außerdem wurde ihr Haus an die Wasserleitung angeschlossen. Das Projekt wird von El Puente [mehr] aus Deutschland unterstützt. So hat sie auch Zeit, mit anderen Kindern des Dorfes zu spielen.
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