KAFFEE HANDEL
Rohkaffee ist nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff auf der Welt. Damit ist der Welthandel mit Kaffee sehr entscheidend für viele Entwicklungsländer. Die Gewinne stauben nicht die Erzeuger ab, sondern Spekulanten, Zwischenhändler und internationale Großkonzerne. Doch viele Kleinbauern bleiben bei den harten Handelsbedingungen auf der Strecke. Durch eine tiefe Kaffeekrise vor einigen Jahren mussten in Honduras schon über 40% der Kleinbauern aufgeben und in Nicaragua wurden 90% der Landarbeiter entlassen.
Konventioneller Kaffee wird an Kaffeebörsen [New York, London] gehandelt, und zwar als Wertpapier[Aktie]. Daran verdienen viele Zwischenhändler und besonders die großen Lebensmittel-Konzerne wie Kraft [Jacobs Suchard], Tchibo oder Aldi, Eduscho oder Nestlé. Die Wertpapiere werden, noch bevor der Rohkaffee bei uns angekommen ist, mehrfach verkauft. Viel Profit, ohne den Kaffee überhaupt einmal anzufassen. Ein Riesengeschäft auf Kosten der Kaffeebauern.
Fair gehandelter Kaffee wird nicht an der Börse gehandelt und bietet für Kaffeebauern eine Alternative. Die Fairhandelsorganisationen haben Direktkontakt zu den Produzenten. Der Kaffeebauer ist nicht mehr anonym, sondern bekannt. Daher gibt es auch keine Zwischenhändler oder Großkonzerne, die Profit machen. Dafür erhält der Kaffeebauer einen gerechteren Lohn und Entwicklungsprojekte werden gefördert [z.B. Kauf von Maschinen, Bau von Schulen, Wasserleitungen oder Gesundheitseinrichtungen, Schulung der Kaffeebauern]. In 30 Ländern gab es 2014 etwa 439 Fairtrade-Kaffeekooperativen mit 737.000 Kaffeebauern. Diese erhielten 2014 60 Millionen Euro Direkteinnahmen, darunter 5 Millionen Euro Fairtrade-Prämie [Fairtrade-Siegel] für Entwicklungsprojekte.
Vergleich des fairen und herkömmlichen Kaffeehandels bezogen auf 1 Pfund Röstkaffee
2012 konventioneller
Kaffeehandel
Fairer
Kaffeehandel
Erzeugerlohn je 500 g 0,15 - 0,30 € [je nach Sorte] 1,10 - 1,50 € [je nach Sorte]
Mindestpreisregelung keine ist garantiert [1,50-2,50 € gehen an Kooperative]
Ladenpreis je 500 g ca. 4 € [je nach Sorte] ca. 7 € [je nach Sorte]
Kaffeesteuer je 500 g [nimmt der Staat ein] 1,10 € 1,10 €
Fairtradeprämie für Entwicklungsprojekte keine ca. 20 Cent je Pfund
Bio-Aufschlag je 500 g relativ selten meist ja [ca. 30 Cent]
Börsenhandel ja nein
Abhängigkeit von Kaffeepreis-Schwankungen auf dem Weltmarkt ja nicht direkt
Außerdem im Preis in beiden Fällen enthalten sind Kostenanteile für Transport, Lagerung, Vertrieb, Zoll, Werbung, Handelsspanne usw.
Und so setzt sich der Kaffeepreis von fair gehandeltem Kaffee zusammen [Beispiel: 500 g GEPA Café Organico, Preis im Weltladen 8,45 €, Stand 2011]
Position Anteil je Pfund
GEPA zahlt an Kooperative UCIRI Mexiko: 2,53 €  
davon erhält der der Kaffeebauer etwa 1,40 €
es verbleiben für Kooperative [Genossenschaft] für Entwicklungsprojekte, Produktionskosten usw. etwa 1,13 €
Fracht, Lager, Rösten, Verarbeiten etc. 1,08 €
Kaffeesteuer 1,10 €
Mehrwertsteuer [7%] 0,56 €
Siegel-Gebühren, Zertifizierung 0,25 €
GEPA, Produktion, Verwaltung, Versand, Vertrieb etc. 1,69 €
Einzelhandel 1,28 €
Endverbraucherpreis 8,49 €
Die größten Kaffeeimportländer sind übrigens die USA, Deutschland, Japan, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Holland. Deutschland verbraucht 10,2 Millionen Sack Rohkaffee [á 60-70 kg] pro Jahr, die USA sogar 14 Millionen. Bei uns nimmt der Staat über die Kaffeesteuer [1,10 € je 500 g] pro Jahr 1,2 Milliarden Euro ein und außerdem kommt die Mehrwertsteuer [7%] mit 0,25 Mrd. € hinzu, wofür der Staat nichts zu tun braucht.
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