KAFFEE BAUERN
Viele Kaffeebauern schuften sehr hart als Tagelöhner auf großen Plantagen reicher Großgrundbesitzer unter erbärmlichen Verhältnissen und für einen Hungerlohn. Viele Kinder müssen mitarbeiten und können nicht zur Schule gehen. Daher werden sie auch keinen Beruf lernen können. Nur wenige besitzen selbst ein Stück Land. Einige aber haben sich zu Genossenschaften [Kooperativen] zusammengeschlossen und können durch fairen Handel wesentlich besser leben. Weltweit sind etwa 100 Mio. Menschen von den Erlösen aus dem Kaffeeanbau abhängig.
Kaffee kann man nicht essen. Und es dauert viele Jahre, bis die Pflanzen Früchte tragen. Dennoch müssen die Bauern und ihre Familien von irgendetwas leben. Als Tagelöhner verdienen sie viel zu wenig. Sie aber sind es,. die mit dem Kaffee die meiste Arbeit haben. Der normale [konventionelle] Kaffeehandel ist keine gute Möglichkeit.
Kaffeehandel und Kaffeebauern
konventioneller Kaffeehandel fairer Kaffeehandel
Lohn für den Kaffeebauern 15-30 Cents pro Pfund [500 g], je nach Sorte
das ist echt sehr wenig
Lohn für den Kaffeebauern etwa 1,10 - 1,25 € pro Pfund [500 g] je nach Sorte
das ist schon viel gerechter
Leben der Tagelöhner auf den Plantagen im konventionellen Kaffeehandel ...
  • müssen von Plantage zu Plantage ziehen, um wenigstens etwas zu verdienen
  • Kinderarbeit [keine Schule, keine Perspektive, gesundheitliche Schäden]
  • schlechte Hygiene, schmutziges Trinkwasser
  • Krankheiten, hohe Kindersterblichkeit
  • schwere körperliche Arbeit, 12 Stunden und oft mehr am Tag [Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche] bei extremen klimatischen Bedingungen
  • schlechter Lohn und so kein Geld für Lebensmittel, Schule, Schulkleidung oder -bücher, Medikamente, Arzt usw.
  • schlechte Ernährung, oft Unter- oder Mangelernährung besonders der Kinder, einseitige Nahrung [z.B. jeden Tag nur schwarze Bohnen]
Leben der Kaffeebauern in den Kooperativen mit fairem Handel ...
  • fester Wohnsitz; kein Ziehen von Plantage zu Plantage
  • keine Kinderarbeit; Schulbesuch - ermöglicht Berufsausbildung, Lesen bedeutet Verträge u.ä. zu verstehen
  • bessere Zukunftschancen
  • Gesundheitsfürsorge in den Kooperativen bzw. den Dörfern; Gesundheitsstationen werden durch Fairen Handel finanziert
  • Fairhandelserlöse dienen auch zu Bau von Trinkwasserleitungen
  • Fairhandelserlöse ermöglichen auch den Kauf von Maschinen, LKW's usw. - dies erleichtert die Arbeit
  • Kaffeebauern können kleine Kredite erhalten, z.B. um ihr Haus zu reparieren
  • Geschichten lesen
Fairtrade-Kaffee gibt es bei uns inzwischen in 33.000 Supermärkten, Bio- und Weltläden. 18.000 Gastronomiebetriebe schenken fair gehandelten Kaffee aus. 2010 wurden in Deutschland 7218 Tonnen Fairtrade-Kaffee verkauft.
Erwachsene Kaffeebauern pflücken täglich bis zu 70 kg Kaffeekirschen [Jugendliche und Kinder weniger], obwohl eine Kaffeepflanze gerade einmal bis zu 8 kg trägt. Leider kann man auch nicht alle ernten, denn Kirschen mit unterschiedlicher Reife hängen am gleichen Zweig.
Noch anstrengender ist das Schleppen der Kaffeesäcke. Kaffee wächst ja meist im Hochland, wo kaum ein Maultier hin kommt, geschweige denn LKW's. So schleppen die Kaffeebauern die Säcke mit bis zu 60 kg auf schlammigen Wegen auf dem eigenen Rücken ins Tal. Auch viele Jungen im Alter von 12 oder 14 müssen da schon mit ran. Doch das ist viel zu schwer und Schäden am noch wachsenden Stütz- und Bewegungssystem sind vorprogrammiert.