KAKAO HANDEL
konventioneller [herkömmlicher] KakaohandelSeit 2002 stieg der Weltmarktpreis für Kakao zunächst an, da nicht genug zur Verfügung steht [begünstigt durch Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste]. 2003 lag der Preis bereits bei 2360,70 US-$ pro Tonne Kakao [in den 90er Jahren oft noch unter 1500 US-$], während allerdings die Löhne für die Kakaoarbeiter[innen] etwa gleich niedrig blieben. In den letzten Jahren verfällt der Weltmarktpreis allerdings wieder. Folge ist, dass man den Plantagenarbeitern noch weniger zahlt, um so maximalen Profit für die großen Konzerne zu garantieren. Derzeit [2017] sind es 1.835 $.
Fairer KakaohandelSolche Preisschwankungen wie im konventionellen Handel werden durch fairen Handel wesentlich umgangen. Es gibt keine Zwischenhändler, keinen Börsenhandel und keine Spekulationen, so dass Situationen auf dem Weltmarkt viel besser ausgeglichen werden können. 2010 lag der Mindestpreis für 1 Tonne Fairtrade-Rohkakao bei 2000 US-$/t für konventionell erzeugten und 2300 US-$ je Tonne bei biologischen produziertem Kakao. Dazu kommt noch die zusätzliche Fairtrade-Prämie von 200–530 US-$/t je nach Produktart für.
Fairtrade-Kakao und Schokolade aus fairem Handelbedeuten u.a. ...
  • Für die Kooperativen mit fairem Handel ist eine Vorfinanzierung bis zu 60% möglich.
  • Im Einklang mit der Natur wird der Kakao für die Schokoladen der GEPA oder für El Puente z.B. in der Dominikanischen Republik, Peru und Bolivien ökologisch erzeugt.
  • Die Kakaoproduzenten werden gerecht bezahlt.
  • Durch gerechten Handel werden gute Arbeits- und Lebensbedingungen in den Kooperativen ermöglicht. Die Kinder der Kakaobauern erhalten eine gute Ausbildung und damit eine Zukunftsperspektive.
  • Es gibt keine Kinderarbeit.
  • Die geernteten Schoten werden innerhalb von 24 Stunden geöffnet, sorgfältig und aufwändig verarbeitet.
  • Neben den besten Kakaobohnen wird auch fair gehandelter Mascobado-Vollrohrzucker eingesetzt. Die traditionell lange Conche bis zu 48 Stunden garantiert hohen Schokoladengenuss bei Tafelschokoladen, Konfekt und Schokoriegeln.
  • Durch das lange Conchieren [mehr] der Schokolade kann aber auch auf Soja-Lecithin und damit auf gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe verzichtet werden. Daher ist die Schokolade gesünder [auch wenn zu viel davon immer noch dick macht].
Fairtrade-KakaoFair gehandelter Kakao kommt vor allem aus Bolivien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Ecuador, der Elfenbeinküste, Ghana, Nicaragua, Panama und Peru. 2014 wurden 7.590 Tonnen Fairtrade-Kakao nach Deutschland geliefert. Das ist mehr als 6-mal mehr als im Vorjahr. Es scheint, die Verbraucher hier sind auf den fairen Geschmack gekommen. Dieser kommt von 130 Produzentenorganisationen in 20 Ländern, an die 176.600 Mitglieder angeschlossen sind [2014].
Fairtrade-SchokoladeLaut Fairtrade Deutschland wurden 2014 in Deutschland rund 1.160 Tonnen Fairtrade-Schokolade und Trinkschokolade verkauft [dies ergab 21,4 Mio. € Umsatz] und außerdem 4.660 Tonnen Fairtrade-Eiscreme. Für unseren Nachgenuss wurden zudem 3.520 t Zucker aus fairem Handel eingesetzt.
Bio-SchokoladeMehr als Dreiviertel der Fairtrade-Schokoladen tragen auch ein Bio-Siegel, meist das der EU, teilweise auch die von Verbänden wie Naturland oder Bioland. Öko-Kakao vermeidet Umweltzerstörung.