ANANAS PFLANZE
HistorischesDie Ananas baute man bereits weit vor der Entdeckung in Mittel- und Südamerika an. Urheimat ist wahrscheinlich Paraguay. Sie wurde 1493 von Kolumbus auf Guadeloupe entdeckt, von wo er sie eventuell mit nach Europa brachte. Weltweit verbreitet wurde sie aber durch die Portugiesen Anfang des 16. Jahrhunderts. Ab 1700 baute man Ananas sogar in Europa an, meist in Gewächshäusern. 1865 gelangen Ananas im großen Stil von den Azoren auf dem Schiffsweg nach Europa. Dadurch ging der Glashausanbau zurück. Ende des 19. Jahrhundert entwickelte sich Hawaii als Hauptproduzent, wurde aber in den 1950-er Jahren von den Philippinen bzw. Thailand abgelöst. Ursprünglich war die Ananas samenhaltig und diente vorwiegend zur Nutzung der Pflanzenfasern. Doch schon bald züchtete man samenlose Sorten. Heute bevorzugt man besonders säurearme süße Exemplare, da sie meist als Obst benutzt wird.
BotanischesDie Ananas gehört zur Familie der Bromeliengewächse. Der lateinische Name ist Ananas comosus.
Wichtige Sortensind z.B. Cayenne, Queen, Spanish, Brasilian und Maipure.
PflanzeDie Ananas ist eine ausdauernde, krautige Staudenfrucht mit einem 35 cm langen Stamm mit Blättern. Die Rosettenpflanze hat schmale dornige Blätter, die bis zu 120 cm lang werden. Jedes Jahr entwickelt sich am Stammende ein zapfenförmiger Blütenstand aus über 100 Einzelblüten; daraus entwickelt sich die Frucht auch ohne Bestäubung [dann ohne Samen] oder mit Bestäubung [kleine Insekten, Kolibris]. Je Frucht sind bis zu 3000 sehr kleine Samen möglich. Die Ananas ist selbstfruchtend und braucht nicht unbedingt eine Partner zur Bestäubung.
FruchtVon der Blüte bis zur Frucht dauert es ein Jahr. Eine Ananas setzt sich aus den vielen Beerenfrüchten des Fruchtstandes zusammen [keine Einzelfrucht, sondern ein Fruchtverband], ist kiefernzapfenartig und bis zu 5 kg schwer. Die kräftige gelbe bis rotbraune Schale besitzt unebene Schuppen sowie kleine Stacheln sowie ein gelbes Fruchtfleisch, das sehr saftig ist.
ReifeDie Reifezeit einer Ananas ist je nach Region unterschiedlich und dauert 12 bis 24 Monate. Nach der Ernte lässt sich die reife Ananas nur schlecht lagern, was bis ins 19. Jahrhundert den Schiffstransport erschwerte. Heute hat man Kühlschiffe. Andererseits reift sie nach der Ernte nur schlecht nach.
BedeutungBromelin [aus Stamm oder Frucht gewonnen] nutzt man als Fleischzartmacher und die Frucht als Nahrungsmittel [Strunk muss man entfernen, da der recht hart ist]. Als Faserpflanze spielt sie heute eine untergeordnete Rolle.
Die Baby-Ananaskommt meist aus Südafrika; der Strunk kann mitgegessen werden und sie schmeckt viel süßer und aromatischer.
Die eigene AnanaspflanzeMit wenig Aufwand kann man sich daheim im Wohnzimmer eine eigene Ananaspflanze heranzüchten. Man nimmt eine mittelreife Frucht und schneidet den Blattschopf mit etwa 3 cm Fruchtrest heraus. Die untersten beiden Blätter zieht man nach unten ab. [Den Rest der Frucht isst man natürlich.] Nun sollte die Schnittstelle 3 Tage auf der Heizung abtrocknen, damit sie nicht fault. Denn Blattschopf lässt man nun in Wasser bewurzeln. Anschließend wird die Pflanze in Palmenerde in einen Blumentopf gepflanzt. Den Blattschopf kann man auch gleich in Erde stecken, das funktioniert auch.
AnanasanbauIn den Anbauländern wachsen die Ananaspflanzen auf mehr oder weniger großen Plantagen, oft in Monokultur, was die Entwicklung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten fördert. Man versucht dies durch Chemikalien einzudämmen. Daher ist es günstiger, wenn man Bio-Früchte kauft.